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Dax-Bilanzen: Unternehmen brauchen dicke Polster

D.ass viele Dax-Konzerne trotz Krieg und Inflation auf ein Rekordjahr zusteuern, darf nicht über die Gefahren hinwegtäuschen, die den Großunternehmen drohen. Sie sind oft fazinierend effizient und sogar erstaunlich anpassungsfähig in schwerer See. Doch was passiert, wenn es richtig stürmt? Die Konzerne sind immer noch Schönwetterbetriebe, die besonders intestine unter den Idealbedingungen einer friedlichen Welt und schrankenloser Märkte funktionieren.

Die Corona-Krise haben die Großunternehmen vielfach abgehakt, doch lag das auch daran, dass die Märkte sich so schnell erholt haben. Mit dem Ukrainekrieg und dem autoritären Kurs der Volksrepublik China nach innen und außen sind allerdings quick ebenso schnell neue Gefahren entstanden. Was passiert, wenn es richtig stürmisch wird, lässt sich aktuell schon in den Bilanzen von besonders energieintensiven und rohstoffhungrigen Unternehmen ablesen.

Angesichts der weltpolitischen Zäsuren oder des demographischen Wandels sollten manche der gewohnten Unternehmenskennzahlen anders interpretiert werden als gewohnt. Galt etwa ein hoher Auftragsbestand bisher als Polster für Zeiten schwacher Nachfrage, kann ein großes Orderbuch mittlerweile auch ein Zeichen dafür sein, dass Unternehmen angesichts fehlender Fachkräfte oder des Materialmangels Schwierigkeiten haben, die Wünsche alleredigen zu befrigenden.

Auch die große Zahl offender Stellen – früher ein Sign für konjunkturelle Zuversicht und Wachstumschancen – sollte in Zeiten einer alternden Gesellschaft mit immer weniger intestine ausgebildeten Arbeitskräften eher als ein Wunschzettel gesehen werden. In jedem Fall können die hohen Gewinne nicht wie gewohnt als Friedensdividende konsumiert werden. Stattdessen sollten Unternehmen das Geld investieren, um widerstandsfähiger zu werden.

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