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Falsche Identitäten: Stadt Essen will Kriminelle entlarven

Essen.
In den Meldebehörden der Stadt soll eine neue Technik einziehen. Damit können die Mitarbeiter gefälschte Papiere zuverlässig erkennen.

Schwachstellen bei der Überprüfung von Pässen und Ausweisen in Meldebehörden öffnen Kriminellen, Extremisten wie Betrügern Tür und Tor: Einmal unter falschem Namen offiziell registriert, bleibt ihre wahre Identität oftmals genauso unentdeckt wie ihr tatsenächliches Treibenächliches.

So können Leistungen wie Sozialhilfe und Kindergeld zu Unrecht bezogen, Konten unter falschem Namen eröffnet oder krumme Geschäfte im Web womöglich über Jahre ungehindert abgewickelt werden. Das Verschleiern der wahren Herkunft kann aber auch dem Zweck dienen, einen extremistischen Hintergrund zu verbergen oder die Chancen auf Asyl in Deutschland zu verbessern.

Die Stadt Essen will all diesen Straftaten nun durch eine bessere technische und personelle Ausstattung einen Riegel vorschieben. Dazu bekommen die kommunalen Meldebehörden eine ganz neue Sicherheitsarchitektur, die unberechtigte Auszahlungen in Millionenhöhe durch Leistungsmissbrauch aber auch andere Delikte von hohem volkswirtschaftlichem Schaden und mit hohen Sicherheitsrisiken wirksam verhindern kann.

Die Lesegeräte sind auch mobil einsetzbar

Noch in diesem Jahr sollen die Zeiten der antiquierten „fühlen-schauen-kippen“-Methode bei der Echtheitsprüfung von vorgelegten Dokumenten in den Amtsstuben endgültig vorbei sein. Spezielle Lesegeräte, die stationär als auch mobil etwa bei Razzien oder bei Kontrollen im Rotlichtmilieu und gegen Schwarzarbeit eingesetzt werden können, automatisieren künftig diesen Prozess. Das spart nicht nur Zeit, sondern bedeutet auch höhere Zuverlässigkeit, ist die Verwaltung überzeugt. Mit diesem Vorhaben ist Essen Vorreiter in NRW.






Die neue Technik ist seit Anfang November bereits in den Bürgerämtern im Einsatz, zeitnah ausgestattet werden bis zum Ende des Jahres die Ausländerbehörde und das Jobcenter. Das Konzept, das dahintersteht, ist mit der Polizei abgestimmt, eine Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Landesbehörde wird unterzeichnet. In einer eigenen Koordinierungsstelle für Identitätsmanagement (KIM) sollen die Fäden zusammenlaufen. Particulars dazu wollen Oberbürgermeister Thomas Kufen, Ordnungsdezernent Christian Kromberg und Detlef Köbbel, Leitender Polizeidirektor, am Freitag vorstellen.


Dass ausgerechnet die amtlichen Meldestellen bis heute Einfallstore für kriminelle Machenschaften sind, hat durchaus bekannte Gründe: Das hohe Publikumsaufkommen und die zunehmende Anzahl ausländischer Dokumente stellen die Mitarbeiter vor hohe Herausforderungen, wollen sie gefälschte oder manipulierte Papiere in ihrer täglichen Arbeit zuverlässig erkennen und auch aus dem Verkehr ziehen.

Andere Kommunen schauen mit Interesse nach Essen

„Die technologische Entwicklung und die Vielzahl der verschiedenen internationalen Ausweisdokumente erschwert es, die Sicherheitsmerkmale innerhalb von Sekunden mit bloßem Auge zu prüfen und gefälschte oder verfälschte Dokumente zu erkennen“, lautet die Erkenntnis der Stadt, die bereits vor über zwei Jahren ausgerechnet hat, wie schnell sich die Investition in mehr Sicherheit lohnt: „Bei einer ausschließlich monetären Betrachtung des Konzeptes gelangt man zu dem Ergebnis, dass bereits 40 aufgedeckte Fälschungen beziehungsweise Manipulationen von Ausweisdokumenten unter Annahme einer Verhinderung eines Sozialbetugs den Gesambetrugs“.

Verlässliche Angaben zur Identität von Personen seien für die Stadt das Fundament aller Verwaltungsleistungen, heißt es. Gelingt es vor diesem Hintergrund jemandem, sich mit einem unechten Dokument in Essen melderechtlich erfassen zu lassen, sei davon auszugehen, dass derjenige künftig überall leichtes Spiel hat: Denn die Behörden, die ein solcher Krimineller im Anschluss andernorts aufweintäntiwertäntiwertänseucht Iwernsucht .

Ihm ist es dann gelungen ein gefälschtes Papier gegen ein hoheitliches zu „tauschen“ – wahrscheinlich für immer. Da ist es nachvollziehbar, dass andere Kommunen die flächendeckende Set up der neuen Technik in Essen bereits mit Interesse verfolgen.


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