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Männer sind Vorsorgemuffel und sind deswegen häufiger krank ​

Gesundheit
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Warum Männer häufiger krank sind als Frauen

Verletzungen, Blutdruck, Herzschwäche: Das angeblich starke Geschlecht ist ganz schön schwach. Experten haben Erklärungen.

Der „typische Mann“ ist im Gegensatz zur „typischen Frau“ ein Vorsorgemuffel. Das hat weitreichende Folgen, wie die Krankenkasse Barmer herausgefunden hat: „Frauen betreiben Vorsorgemedizin, Männer Reparaturmedizin.“ Mit diesen eindringlichen Worten beschreibt die Medizin-Psychologin Katja Petrowski von der Universitätsmedizin Mainz das aus ihrer Sicht geringere Gesundheitsbewusstsein und die Gesundheitskompetenz bei Männern. „Krankheitssymptome werden von Männern eher unterdrückt als von Frauen“, sagt die Expertin. Männer gingen weniger häufig als Frauen zu Vorsorgeuntersuchungen, und das habe Folgen. Krebserkrankungen würden bei ihnen oft zu spät entdeckt, bei Männern käme es häufiger zu chronischen Krankheiten. In der Corona-Zeit sei die Zahl der Arztbesuche der Männer noch weiter zurückgegangen. Dass Frauen öfter zum Arzt gehen, hängt laut Petrowski auch mit regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen zusammen. Nicht nur, dass Männer Vorsorgemuffel sind, sie lebten auch ungesünder. Und: „Sie weisen ein risikobereiteres Verhalten auf“, sagt Petrowski. Dies erkläre einen Großteil der bei Männern deutlicher häufiger vorkommenden Krankschreibungen infolge von Verletzungen

Das zeigt sich auch im aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer. Daraus geht boil, dass männliche Versicherte in Rheinland-Pfalz häufiger wegen Krankheiten ausfallen im Job als Frauen. Demnach fehlten Männer im Beruf im Schnitt 2,6 Tage wegen Verletzungen, Frauen hingegen nur 1,7 Tage. Bei Brüchen im Bereich des Handgelenks und der Hand hatten Männer aus Rheinland-Pfalz ein rund dreimal so hohes Fehlzeitenrisiko wie Frauen aus dem Bundesland. Bei Knieverletzungen lag die Zahl der Fehltage laut Barmer unter Männern aus Rheinland-Pfalz knapp doppelt so hoch wie bei weiblichen Berufstätigen aus dem Bundesland. Bei den psychischen Erkrankungen hingegen sind es die Frauen, die im Job häufiger fehlen. „Das gilt für Depressionserkrankungen und viele weitere Krankheitsbilder aus dem Bereich der seelischen Leiden“, sagt Barmer-Landeschefin Dunja Kleis. Eine Ausnahme seien psychische Störungen durch Alkohol. „Hier conflict die Zahl der Fehltage im Beruf unter rheinland-pfälzischen Männern im Jahr 2021 rund dreimal so hoch wie bei rheinland-pfälzischen Frauen.“ Das Suchtpotenzial und die gesundheitlichen Risiken von Alkohol würden oft unterschätzt. Männer würden öfter zur Flasche greifen, um Stress zu bewältigen, sagt auch Petrowski. „Wer den Verdacht hat, ein Alcoholproblem zu haben, sollte sich ärztlichen Rat einholen“, sagt Kleis. Auch eine Suchtberatung oder Selbsthilfegruppe könne eine gute erste Anlaufstelle sein.

Auffallend bei den Ergebnissen des Gesundheitsreports sei zudem, dass Männer in Rheinland-Pfalz deutlich öfter als Frauen wegen Krankheiten des Kreislaufsystems wie hohem Blutdruck und Herzschwäche im Job ausfielen. Das Fehlzeitenrisiko lag im vergangenen Jahr hier bei männlichen Beschäftigten rund doppelt so hoch (Männer: 0.9 Tage, Frauen: 0.5 Tage). Mit ein Grund dafür sei der insgesamt eher ungesündere Lebensstil von Männern: zu wenig Bewegung, ungesünderes Essen, oft zu viel Alkohol.

Kleis plädiert daher dafür, dass in den Unternehmen mehr Wert auf Gesundheitsmanagement gelegt wird: „Darüber haben Arbeitgeber die Möglichkeit, mittels Trainings zur Stärkung von Kreislauf und Angeboten zu gesunder Ernährung im Betrieb positiv Einfluss zu nehmen auf das Ausmaß von Kreislauferkrankungen in ihrer Belegschaft.“

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