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Neues Album von Weyes Blood: Flammen gegen die Dunkelheit – Kultur

Und wenn dann alles ganz dunkel ist, additionally im metaphorischen Sinne, werden Herzen zu Taschenlampen. Zumindest heißt es so im Titel des neuen Albums von Natalie Mering alias Weyes Blood – frei übersetzt. Schöne Vorstellung. Wobei so ein Herz natürlich nicht einfach so leuchtet. Laut Künstlerin braucht es dafür erst das Übliche: Mitgefühl, ein oder zwei Schutzengel, selbstverständlich auch Liebe. Batterien, sozusagen. Womit man eigentlich auch direkt bei dem angekommen wäre, was diese Songs sein sollen.

Vorher aber ein schneller Rückblick. “And within the Darkness, Hearts Aglow” ist nämlich als zweiter Teil einer verflochtenen Trilogie konzipiert. Es lohnt additionally, den Vorgänger, “Titanic Rising”, noch mal zu betrachten – ein Werk unter anderem über die unschönen Auswirkungen von Technologie auf Kopf und Klima, und die Frage, ob Courting heute nur noch eine weitere Kind von Konsum ist. Vor allem das dazugehörige Plattencover battle beeindruckend: Zu sehen ist die Südkalifornierin in ihrem alten, bis zur Decke mit Wasser überschwemmten Kinderzimmer de ella. Im Angesicht des möglichen Ersaufens macht sie allerdings einen erstaunlich gelassenen Eindruck. Genau genommen schaut sie sogar proper unerschrocken in die Kamera.

Die passende Erklärung dazu gibt es jetzt auf dem aktuellen Album: “We do not have time anymore, to be afraid”, singt sie da im fantastischen “Youngsters of the Empire”. Keine Zeit für Angst additionally. Zeit für Taten.

Und vorher ein kurzer Schockmoment: Die 34-Jährige bemerkt in dem Track zunächst mal “A lot blood on our palms”, additionally jede Menge Blut an unseren Händen – könnte ein Kommentar auf die Schuld an der menschengemachten Apokalypse sein. Und dann aber auch sofort die Erlösung: Akustikgitarre & Co. setzen keine Minute später aus und für ein paar Sekunden ist da nur ein Meer aus lebensbejahenden seashore boys-Gesangsharmonien. Ein hoffnungsvolles “Alles ziemlich mies gerade, aber wird schon” verbirgt sich zwischen den Schichten dieser wundervollen Preparations. Vor allem für Liebhaber von Laurel-Canyon-Folks der frühen Siebziger. Joni Mitchell, die Meisterin des Verbindens von Wohlfühl-Melancholie und observierender Seriosität, ist als Einfluss auf Weyes Blood unüberhörbar.

Zeitgenössischer Realitätssinn und nostalgischer Eskapismus: Viel mehr geht doch nicht

Allerdings stehen die todernsten Themes auf dem neuem Album noch offensiver im Vordergrund als auf “Titanic Rising”. Mering singt von der Desillusionierung angesichts der chaotischen Weltveränderungen und davon, dass das Schlimmste erst noch ansteht. Die Classic-Pop-Untermalung dazu ist wieder unaufdringlich, heat, beruhigend quick. Eine Harfe weht hin und wieder durch die Preparations. Markante, nicht sehr gewöhnungsbedürftige Akkordwechsel stehen ihr dabei im Weg. Dazu eine Stimme, die im absolute klassischen Sinne schön ist.

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Das Album klingt damit, als wollte es einem ins Ohr flüstern, dass die Welt gerade zerbröckelt, nur, um sofort mit dem Trösten zu beginningnen. Zeitgenössischer Realitätssinn and nostalgischer Eskapismus, gleichzeitig. Viel mehr konnte man doch eigentlich noch nie machen.

Der interessanteste Observe ist trotzdem einer, der von der Formel des restlichen Albums abweicht – wenn auch nur subtil. Statt einem handgeschmeichelten Retro-Schlagzeug sorgt in “Twin Flame” ein programmierter Drum-Pc für das rhythmische Grundgerüst, was eine willkommene Abwechslung innerhalb der Platte bringt. Zur Glanznummer wird der Track allerdings erst durch seinen eingängigen Chorus, den Weyes Blood ausnahmsweise in ihrer großartigen Falsettstimme vorträgt: “You are my twin flame, and you bought me so chilly, once you draw back”. Man braucht Batterien, wie gesagt, aber Flammen funktionieren auch.

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